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Die Integrierte Ländliche Entwicklung in Maifeld-Pellenz


Für die Verbandsgemeinden Maifeld und Pellenz wurde im Zeitraum von Dezember 2007 bis Dezember 2008 ein „Integriertes ländliches Entwicklungskonzept" (ILEK) erarbeitet. Fast ein Jahr haben Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinden Maifeld und Pellenz im ILEK engagiert zusammengearbeitet und Projekte entworfen, die die Region noch attraktiver und lebenswerter machen sollen.

Das ILEK wurde als konzeptioneller Baustein für ein umsetzungsorientiertes Regionalmanagement erarbeitet. Die Betrachtung der regionalen Stärken und Schwächen (Wo sind wir in der Region wettbewerbsfähig? Wo nicht?) in Verbindung mit den regionalen Entwicklungsstrategien (Wo wollen wir hin? Wo setzen wir unsere Entwicklungsschwerpunkte?) mündet beim ILEK in die Ableitung von regionalen Projekten.

Es geht um die entscheidende Frage der Regionalentwicklung: „Was müssen wir im Einzelnen anfassen und bewegen, um unsere Stärken weiterzuentwickeln und unsere regionalen Entwicklungsziele umzusetzen?"

Das ILEK fußt in hohem Maße auf den Beiträgen, dem Wissen, den Erfahrungen und den wirtschaftlichen Plänen der Menschen vor Ort. Sie wurden konsequent von Beginn an im breiten Umfang in die Erarbeitung miteinbezogen. Neben regionalen Schlüsselpersonen aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Verbänden, etc. brachten zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger gute Ideen in den Prozess ein.

Die Projektideen entstanden in den Projektgruppen. Hier fand auch der erste notwendige Konkretisierungs- und Reduzierungsprozess statt. Im ILEK wurden dann 7 Leitprojekte anhand von Projektskizzen detailliert dargestellt.


Zum Übergang ins Regionalmanagement kam der Minister


Am 3.12.2008 fand im Forum Polch die Abschlussveranstaltung zum ILEK statt. Sie war zugleich der Startschuss für die Umsetzungsphase des Regionalmanagements. Im Rahmen der Veranstaltung ließ man die Projekterarbeitung im ILEK gemeinsam mit Herrn Staatsminister Hendrik Hering, Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, in der Region Revue passieren. Die Ansätze für die weitere Arbeit wurden der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt.

„Ich freue mich, dass die Fördermittel des Landes für das ILEK-Projekt der Verbandsgemeinden Maifeld und Pellenz dazu beigetragen haben, vielversprechende Projektskizzen zu erstellen, deren Umsetzung nun beginnen kann", sagte der Staatsminister Hendrik Hering und übergab den ILEK-Abschlussbericht an die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Maifeld Anette Moesta und den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Pellenz Klaus Bell.

Die Veranstaltung war mit knapp 300 Personen aus der Region hervorragend besucht. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch beeindruckende musikalische Darbietungen aus der Region.



Wie funktioniert das Regionalmanagement?


„Sehr viele interessierte Bürgerinnen und Bürger haben in ihrer Freizeit den ILEK-Prozess aktiv unterstützt". Dafür dankte Bürgermeisterin Anette Moesta den Anwesenden der Abschlussveranstaltung. Der Start ins Regionalmanagement erfolgt nun direkt. Die Konzeptphase ist vorbei und es geht ans Umsetzen. Gerade hier ist die Mitarbeit und Unterstützung der Menschen aus der Region gefragt.

Das Regionalmanagement möchte sowohl Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Vereine sowie alle Interessierten zum, „Mitmachen" bewegen. Das gemeinsame Umsetzen steht im Vordergrund. Dies bringt zwar viel Arbeit mit sich - soll und darf aber auch Freude machen!

Das ILEK beinhaltet 7 Leitprojekte, ausgearbeitet in Form von sogenannten Projektskizzen , die prioritär angegangen werden sollen. Die Umsetzungsarbeit im Regionalmanagement erfordert eine notwendige Konzentration der Arbeiten. Die bisherigen Erfahrungen in anderen Regionalmanagements zeigen, dass es bei der gebotenen Intensität möglich ist, etwa 3 bis 6 Projekte parallel bei der Umsetzung zu begleiten.

Um sicherzustellen, dass eine neutrale und fachkundige Begleitung des Prozesses erfolgt, fordert und fördert das Land den Einsatz eines Fachbüros. Die Verbandsgemeinden Maifeld und Pellenz haben sich für eine Zusammenarbeit mit dem Institut für Regionalmanagement, Bad Neuenahr-Ahrweiler, www.ifr-regional.de entschieden. 

„Geld zu verteilen" gibt es nicht, aber die Region hat dennoch einen unmittelbaren Vorteil. Die Gemeinden erhalten eine höhere und frühere Förderung für strukturverbessernde Maßnahmen - diesen Vorteil gilt es, im Regionalmanagement über die Projekte zu sichern.


Was will die Region mit dem Regionalmanagement erreichen?


In erster Linie will das RM mit Projekten Investitionen erzielen und Fördermittel gewinnen. Ein zweiter wichtiger Baustein ist die Sensibilisierungsarbeit. Hier geht es darum, neue - auch schwierige - Themen in die Region zu bringen. Darüber hinaus gilt es, auch weiteres ehrenamtliches Engagement zu aktivieren.

Die eigentliche Projektarbeit ist an die sog. „Projektteams" gebunden und wird dort von den beteiligten Bürgerinnen und Bürgern, Institutionen und Unternehmen geleistet, sodass keine „unsichtbaren" Arbeitsschritte entstehen. Die Beratung übernimmt die unterstützende und aktivierende Rolle.

Die Grenze der Möglichkeiten der „Plattform Regionalmanagement" liegt dann naturgemäß bei der tatsächlichen Umsetzung (Bauliche Maßnahme, Durchführung einer Aktion, etc.). Diese liegt nach der ausreichenden „Umsetzungsvorbereitung" in der Hand des jeweiligen Projekt-Verantwortlichen (Träger, Investor, Beauftragter, ...).


Wann ist ein Projekt ein Projekt und wann nicht?


Was wir im Regionalmanagement nicht wollen, ist Projektideen zu bearbeiten, die sich aus unterschiedlichen Gründen letztlich gar nicht umsetzen lassen. Wichtige Voraussetzungen für ein umsetzbares Projekt sind:

(a) verantwortliche /tragende Akteure sind vorhanden
(b) das Projektentspricht den Regionalen Entwicklungszielen
(c) das Projektist in der Region / im Regionalmanagement auch tatsächlich umsetzbar (keine RM-Projekte sind: Vorhaben, die originären Verfahren zufallen, zu denen das RMa ufgrund unveränderlicher Rahmenbedingungen nichts beitragen kann)
(d) die Finanzierbarkeit ist gegeben oder zumindest erkennbar

Diesen Anforderungen sollen sich alle Projekte stellen. Dies gilt für die Leitprojekte aus dem ILEK genauso wie für die weiteren und auch neue Projektideen.


Wer kann mitmachen?


Die Umsetzung der Projekte reduziert den Kreis der Beteiligten gegenüber dem ILEK auf die tatsächlich „mitmachenden" Akteure. Dies sind vor allem Bürgerinnen und Bürger, die Ihr Engagement in eine bestimmte Initiative investieren wollen sowie „Geschäftspartner" aus Wirtschaft und Verwaltungs- und Fachinstitutionen.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben jederzeit die Möglichkeit, sich aktiv in den Prozess einzubringen. Die Projektteams, das Beratungsteam sowie die in den Verbandsgemeinden Maifeld und Pellenz für die Umsetzung des RM zuständigen Mitarbeiter sind hierfür offen und stehen beratend zur Verfügung.


Projektfelder und Projektteams


Im Regionalmanagement Maifeld-Pellenz wurden 7 Leitprojekte erarbeitet und konkretisiert. Diese fließen in die sog. „Projektfelder" ein. Um die fortlaufende Projekt-Entwicklung „in Gang zu halten" sind regelmäßige Treffen in den „Projektteams" notwendig und sinnvoll.

Jedes Projektfeld ist mit einem Projektteam besetzt, das mit einer Anzahl von ca. 4 bis 15 Personen (kann natürlich variieren) die einzelnen Maßnahmen - unterstützt von der Beratung - durchführt. In den Projektteams schließen sich die Beteiligten Akteure kurz, erhalten Informationen und geben diese weiter. Hier werden die einzelnen Maßnahmen besprochen und koordiniert. Das Projektteam ist auch „Anlaufstelle" für neue Ideen.

Als „Arbeitsrhythmus" empfehlen sich ca. 3 Treffen pro Jahr. Die eigentliche Arbeit muss dann auch „zwischen" den Projektteam-Treffen erfolgen.

Die frühzeitige Auswahl eines „Sprechers" pro Projektteam hat sich als sinnvoll erwiesen. Dem Sprecher kommt die Aufgabe zu, in unregelmäßigen Abständen im Vorstand des Regionalmanagements über den Stand der Arbeiten zu berichten. Seine Auswahl sollte sich daran orientieren, wer das stärkste originäre Interesse an der Umsetzung hat. Die Aufgaben der Beratung sind die Koordinierung der Projekte und Initiativen im und mit dem Projektteam, die Zielformulierung und Ergebnissicherung, die Umsetzungsunterstützung und natürlich die Dokumentation aller Arbeiten.

Zu den Projektteams


Projekte


Neben der Informations- und Sensibilisierungsarbeit ist die Entwicklung und Umsetzungsvorbereitung von Projekten die Haupt-Tätigkeit des Regionalmanagements. Diese können völlig unterschiedlicher Natur sein. Ein Projekt kann ebenso einen bauliche Maßnahme wie die Durchführung einer Messeveranstaltung, ein installiertes Informations-Management oder eine abgeschlossene Vereinbarung sein.

Wichtig ist: Jedes Projekt braucht einen verantwortlichen „Träger", der die Finanzierung bzw. die zur Durchführung nötigen Arbeitsressourcen sichert.

Zu jedem Projekt wird eine Projektskizze angelegt. In ihr sind die wichtigsten Eckpunkte zum Projekt festgehalten und werden fortlaufend aktualisiert.

Zu den Projekten



Der Vorstand


Das koordinierende Gremium im Regionalmanagement ist der Vorstand, in ihm sind vertreten:


 BMin Anette Moesta
(bis 30. Sept. 09)
BM Maximilian Mumm
(ab 1. Okt. 09)

VG Maifeld




 BM Klaus Bell

VG Pellenz

 Helmut Führ

VG Maifeld

 Bernd Schemmer

VG Pellenz

 Herbert Kommer

Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum

 Olaf Maier

Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion

 Matthias Hörsch

Landwirtschaftskammer

 Bertram Weirich

Industrie- und Handelskammer

 Christel Zimmermann

LandFrauen

 Sven Lachmann

Institut für Regionalmanagement

 



Regionalentwicklung in Rheinland-Pfalz


Der Ländliche Raum bildet in der Bundesrepublik Deutschlandund in Rheinland-Pfalz einen Wirtschafts- Kultur- und Lebensraum von hoher Bedeutung. In Zeiten globalisierter Wirtschaftskreisläufe darf nicht übersehen werden, dass ein wesentlicher Teil der Bevölkerung in ländlichen Räumen lebt und arbeitet.

Der ländliche Raum ist ein historisch gewachsener Kulturraum. Er repräsentiert für die Menschen Heimat und stiftet mit seinen spezifischen Landschaften und regionalen Kulturen (Mentalität, Brauchtum, Sprache) Verwurzelung und Identität für die Bürgerinnen und Bürger.

Bund und Länder haben im Rahmenplan Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" für den Zeitraum 2007-2013 die Fördergrundsätze zur ländlichen Entwicklung beschlossen. Der Fördergrundsatz „Integrierte ländliche Entwicklung" (ILE) nimmt die Förderung von Regionalmanagement und ländlichen Entwicklungskonzepten auf.

Die Integrierte Ländliche Entwicklung zielt insgesamt auf die Sicherung und Erhöhung regionaler Wertschöpfungen (Einkommen für Unternehmen und private Haushalte, Einnahmen öffentlicher Haushalte, Wettbewerbsfähigkeit der Region als Wirtschafts-, Freizeit- und Wohnstandort) ab. Die ILE bezieht dazu alle Themenfelder ein, die regionale Wertschöpfungen mittelbar und unmittelbar voranbringen. Neben der Land- und Forstwirtschaft und den Fragen der Flächennutzung werden Handel, Gewerbe, Dienstleistungen und Handwerk sowie Themen des Sozial- und Kulturbereichs und der Jugendarbeit betrachtet. Auch die Chancengleichheit für Frauen und Männer in den Regionen wird einbezogen.

Die Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) basiert instrumentell auf drei aufeinander abgestimmten Säulen:

- IntegrierteLändliche Entwicklungskonzepte (ILEK)
- ILE-Regionalmanagement(ILE-RM)
- Förderunginvestiver Maßnahmen

Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept (ILEK)

Das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) sichert die strategisch-planerische Grundlage für erfolgreiche Entwicklungsprozesse in den Regionen. Mit externer Regionalberatung erarbeiten die Akteure und Akteurinnen der Region konzeptionelle Grundlagen für die wirksame Weiterentwicklung der Region.

ILE-Regionalmanagement (ILE-RM)

Beim ILE-RM steht die praktische Umsetzung der Projekte, die in ILEKs vorbereitet wurden, im Vordergrund. Der Landesregierung ist es wichtig, dass mit dem ILE-Regionalmanagement praktische und ergebnisorientierte Aktionen in den Regionen angestoßen und erreicht werden.

Besonders den kommunalen Gebietskörperschaften im ländlichen Raum kommt in der ILE eine hohe Bedeutung zu. Außerdem sind es die „unmittelbaren" regionalwirtschaftlichen Akteure und Akteurinnen, die Unternehmen aus Handwerk, Gewerbe, Handel und Dienstleistung mit ihren entsprechenden Verbänden, die ihre Anforderungen und Erfahrungen einbringen müssen. Sie sind es letztlich, die Arbeitsplätze im ländlichen Raum unmittelbar schaffen und sichern.

Zahlreiche Institutionen bieten Informationen zur Regionalentwicklung, eine Auswahl finden Sie hier


 
 
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